Nur ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein?

Auch für eines Ihrer Patenkinder, für Fabio, beginnt eine neue Epoche. Fabios Geschichte der letzten 17 Jahre, er ist jetzt 27, erzählt beispielhaft davon, wie er dank Ihrer Hilfe selbst «Stein um Stein» aus dem Weg räumen konnte. Aus einem aus Schweizer Sicht relativ kleinen monatlichen Beitrag, «einem kleinen Tropfen», wurde Dank Vertrauen und Hoffnung in seine erfolgreiche Zukunft eine «Flut an Motivation und Erfolg» in Bewegung gesetzt. Seine Geschichte bewegt uns alle. Nachfolgend ein paar Bilder aus seiner Kindheit bis heute. Aus seiner Schulzeit, seinem Studium zum Mediziner, seinen medizinischen Einsätzen für Kinder und Kranke. Er wird auch nach Abschluss in einem Jahr «seinen besonderen Draht zu uns» bewahren und vor Ort für benachteiligte Menschen in Bolivien kostenlose Einsätze leisten. Er weiss, was es heisst, benachteiligt zu sein.

Patenschaften

Wir haben das Privileg, gemeinsam mit Ihnen insgesamt 31 Patenschaften «à la Fabio» begleiten zu dürfen. Jedes der Kinder wird direkt vor Ort betreut. Jeder Franken wird gezielt und kontrolliert eingesetzt. Unter den schwierigen Bedingungen in Bolivien ist das unabdingbar für eine nachhaltige Entwicklung. Nicht jedes Patenkind wird Medizinerin, das muss es auch nicht. Die allermeisten durchlaufen jedoch die Schulen und anschliessend auch weitergehende Ausbildungen, viele auch an einer Uni. Dies dank Ihnen «als Kontrastprogramm» zum Betteln auf der Strasse, Schwarzmarktverkauf und Hoffnungslosigkeit ohne Zukunftsperspektiven.

Letztes Jahr erzählten wir vom Patenkind Camila und sammelten für eine dringend benötigte Wirbelsäulen-Operation. Das nötige Geld kam nun zusammen. Teilweise auch dank der Zusammenarbeit mit einem unserer Partner in La Paz via einen kostenlosen Radioaufruf in Bolivien. Die sehr schwierige Situation in Bolivien mit Mangel an so gut wie allem in diesem Jahr 2025 führte jedoch dazu, dass sich die Materialbeschaffung für die OP verzögerte. Medikamente stabilisieren die Lage und wir rechnen nun mit einer Operation im Laufe der nächsten Wochen. Allen, die dazu beigetragen haben, danken wir im Namen von Camila von ganzem Herzen!

Kindertagesstätten

Der Betrieb der Kindertagesstätten «San Francisco» und «Mariana» in Potosí und «San Urbano» in El Alto / La Paz, alle drei im Hochland, läuft nach Plan. Im Amazonas-Tiefland werden die Kindertagestätte «Padre Diego» und der Kindergarten in Yucumo gut genutzt.

Der Kindergarten «Padre Pedro Queloz» in Ixiamas, gebaut mit der Unterstützung des Vereins im Jahr 2011, wurde 2023 mit unserer Finanzierung umfunktioniert zu einem Zentrum für Gesundheits- und Bildungsunterstützung für die Kinder und Jugendlichen von Ixiamas. Dieses Zentrum wird von den Karmelitinnen in Ixiamas geleitet. Sie helfen bedürftigen Menschen mit der Abgabe von Medikamenten und fördern Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten.

Arca Suiza

Sie kennen die Anlage aus den Vorjahren. Eröffnet im Jahr 2011 hatte das Dorf einen schwierigen Start. Es konnte nie als das grosse Kinderdorf, für das es gebaut wurde, genutzt werden. Es diente vorübergehend, bedürftige Familien und Waisenkinder zu beherbergen. Die nötigen Gelder vom Staat, um das Dorf zu betreiben, wurden von der Regierung nie gesprochen. Boliviens Mühlen mahlen langsam.  Auch während der Covid-Jahre durchlief «Arca Suiza» eine schwierige Zeit. Doch in den letzten zwei Jahren haben viele Gespräche und Sitzungen mit den Behörden und unseren Partnern dazu geführt, dass wieder Leben in das «Schweizerdorf» zurückgekehrt ist. Aktuell werden drei Projekte im «Arca Suiza» realisiert:

Haus 1: Betreuung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

20 Menschen zwischen 5 und 26 Jahren werden individuell betreut. Die Erwachsenen helfen beim Brotbacken.

Haus 2: Nachhilfeunterricht für schwache Lernende

Herr Aruquipa betreut 43 Lernende individuell. Die meisten davon kommen aus ärmlichen Verhältnissen. Darunter sind Mädchen und Jungen mit Lernschwierigkeiten im Lesen und Schreiben und im logisch-mathematischen Denken. Einige haben Mehrfachbehinderungen und verständigen sich in Gebärdensprache.

Haus 3: Grundausbildung für Erwachsene im Bereich «Textil und Konfektion» und «Kosmetik»

Die Organisation CEA Tahua (Centro de Educación Alternativa – Zentrum für Alternative Bildung) bietet in diesen zwei Ausbildungsgängen Abschlüsse als Technischer Assistent, Basis-Techniker und Mittlerer Techniker an.

Ziel ist auch hier «Hilfe zur Selbsthilfe». In den Häusern der «Arca Suiza» werden Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche von der staatlichen Ausbildung ausgeschlossen sind, eine alternative Bildungsmöglichkeit angeboten. Sie erhalten eine Chance zur Selbständigkeit. Wir arbeiten mit lokalen Organisationen zusammen und machen gute Erfahrungen.

Zahnhygiene

Dank dem Zahnarztbus werden weiterhin zahnärztliche Eingriffe in abgelegenen Dörfern vorgenommen. In Zusammenarbeit mit der zahnärztlichen Fakultät der Uni Potosi erwägen wir die Neuanschaffung eines mobilen Röntgengerätes, um die Behandlungen vor Ort zu optimieren. Die politischen Umwälzungen verzögern leider die Projekte. Wir sind geduldig und bleiben dran.

Auch dieses Jahr konnte im Rahmen einer Präventionskampagne an 5 Schulen in Potosi über Zahnhygiene informiert werden. Es wurden Zahnbürsten und Zahnpasta an die Kinder verteilt. Die Freude der Kinder und Eltern war gross.

Verein Hilfe für Sucre

Am 1. Mai 2024 verstarb Pater Josef Sieber 82-jährig in Sucre – Bolivien. Er war Priester, geboren im Rheintal und hat sein Leben den Ärmsten zuerst in Paraguay und dann in Bolivien gewidmet. Im letzten Jahr durften wir seinen engsten Vertrauten, Simon Diaz, kennenlernen und suchen mit ihm die Möglichkeit, das Lebenswerk von Pater Josef in Sucre weiterzuführen.

Hilfe für Überschwemmungsopfer in Reyes

Der Klimawandel ist auch in Bolivien sehr präsent. Im Tiefland gab es in diesem Jahr sowohl Waldbrände als auch Überschwemmungen. Im März dieses Jahres haben wir nach einer Überschwemmung in Reyes die Bevölkerung mit Medikamenten, Lebensmitteln und dem Bau eines kleinen Dammes, um die Häuser vor einer erneuten Überschwemmung besser zu schützen, unterstützt.