Im Februar 2014 erreichte uns aus dem bolivianischen Amazonastiefland eine E-Mail von Bischof Carlos Bürgler (Redemtoristenorden), mit dem wir schon seit Jahrzehnten zusammen arbeiten. Hier sein Bericht vom 22.2.2014. Er schreibt, dass er eine solche Katastrophe in all den Jahren, die er im Amazonasgebiet weilt, noch nie erlebt hat. Was die Lage noch wesentlich verschlimmert: in Bolivien gibt es weder eine Versicherung für solche Fälle noch wird den Menschen vom Staat geholfen. Sie sind ganz auf sich allein gestellt. Zudem sind die Kosten für einen Wiederaufbau stark in die Höhe geschnellt, da alles zur Mangelware geworden ist. Die vorhandenen Vorräte sind durch die lange Wassereinwirkung und den Schlamm unbrauchbar geworden. Die Zufahrtsstrassen mussten erst wieder in Stand gestellt werden, um Güter ins Katastrophengebiet bringen zu können.

Das überschwemmte Gebiet ist sehr gross, denn es handelt sich um all die Zuflüsse des Amazonas, die sich wie ein Fächer über das Land verteilen. D.h. es waren Zehntausende von Menschen betroffen, die von Xiamas bis Trinidad leben. Da das Gebiet sehr flach ist und es kaum Hügel gibt, kann man sich vorstellen, wie sich das Wasser überall ausbreitete.

Es regnete drei Wochen lang sehr stark ohne Unterbruch. Nachdem dann das Wasser langsam zurück gegangen war, musste das wenig verbliebene Hab und Gut schnellstens vom Schlamm befreit werden, denn die sofort einsetzende Sonne und Hitze verwandelten den Schlamm in einen einzigen Betonüberzug, der alles unbrauchbar machte. Tragisch ist zudem, dass Felder und Wiesen ebenfalls zubetoniert wurden, so dass längere Zeit nichts wachsen kann. Unter dieser Schicht fault alles.

Halten Sie sich einmal die prekäre Situation der Überschwemmungsopfer vor Augen um zu verstehen, dass viele in ihrer Not beim Bischof um Beistand bitten:

  • das ganze Hab und Gut ging verloren

  • viele Tiere sind ertrunken

  • die Hütte ist den Fluten zum Opfer gefallen

  • auf den Äckern wächst nichts in dem gehärteten Morast

  • und niemand hat eine Versicherung für den Schaden

  • Wie soll man die Familie in den nächsten Monaten ernähren?

 

Dank unseren Spenderinnen und Spendern konnten wir als Sofort- und Aufbauhilfe USD 28 700 an Bischof Carlos Bürgler überweisen. Mit dieser Summe konnte bereits vielen Opfern aus der gröbsten Not geholfen und die Zuversicht gegeben werden, dass sie nicht allein gelassen sind. Unser Verein sowie die Betroffenen danken allen Spenderinnen und Spendern für ihre Solidarität von Herzen. Es zeigte sich wieder: die Freunde unseres Vereins tragen das Herz am rechten Fleck.

Aus dem Überschwemmungsgebiet hat Bischof Carlos Bürgler ein Dankschreiben gesendet, das wir Ihnen hier gerne weitergeben möchten:  Dankesbrief Carlos Bürgler. Er zeigt, wie nötig und fruchtbar Ihre Spende für die Überschwemmungsopfer ist. Und besser könnte man den Einsatz der Hilfsgelder nicht beschreiben. Auch seine Berichte über die Aktivitäten zeigen auf wie geholfen wurde: hier der Link zum Teil 1 seines Berichtes und hier zum Teil 2. Aktuelle Bilder finden Sie hier.

Natürlich wird es im Überschwemmungsgebiet trotz aller geleisteten Hilfe noch lange Zeit an allen Ecken und Enden fehlen. Weitere Spenden nehmen wir deshalb gerne entgegen. So können Sie helfen.